Ist es erlaubt Musik zu hören und Fernseher zuschauen?

Frage:

Geschätzter Scheich, as-Salāmu ʿalaykum wa Rahmatu-llāhi wa Barakātuh! Was sind die Vorschriften bezüglich dessen, was einige Muslime, möge Allāh uns und sie rechtleiten, auf die leichte Schulter nehmen, hinsichtlich des Hörens von Musik, Filme schauen und das Verreisen in die Länder der Ungläubigen, ohne einen wichtigen Grund, sondern nur der Freizeit und Abwechslung wegen; insbesondere die Frauen, die sich auf der Reise schminken und den Kuffār zeigen? Kannst du uns hierüber aufklären? Und dürfen Hände und Gesicht gezeigt werden? Und was sind die Belege aus der Religion dafür? Und möge euch Allāh reichlich belohnen.

 

 

Antwort:

Das bedarf eines ganzen Bandes. Wie dem auch sei, wir sprechen darüber, worin einige Menschen hineingetappt sind, und wir sagen nicht, dass es viele Menschen betrifft. Vor zehn Jahren etwa, verfielen einige der Versuchung, Musik zu hören, vor allem die Jugendlichen. Jedoch haben sich viele Jugendliche, Allāh sei Dank, davon abgewendet und haben davon losgelassen. Die meisten Jugendlichen hören keine Musik. Und wenn es zehn Prozent tun und damit die Ausnahme darstellen, dann ist das nichts ungewöhnliches. Trotzdem geben wir den Hinweis an unsere Brüder, die dieser Versuchung des Musikhörens verfielen, dass die (Musik) zur Versuchung und zum Übel verleitet. Wir sagen: Fürchtet Allāh um euch und meidet die Musik. Lasst davon ab. Ersetzt sie durch etwas, das euch nützt. Entweder durch den edlen Qurʾān, Sunnah des Propheten, Vorträge von Gelehrten oder Daʿwah-Predigern oder den Leuten des Wissens oder des Fiqh o.ä., bis Allāh taʿālā Gutes in eurem Zuhören zuteilwerden lässt, nämlich eine unmittelbare reichliche Belohnung und einen unmittelbaren Nutzen.

Auch raten wir unseren Brüdern, die unerlaubten Sendungen im Fernsehen zu meiden, insbesondere die Sendungen, die mittels Satellitenreceiver empfangen werden, die sich überall sehr verbreitet haben. Auf den ausländischen Kanälen, die man mittels Satellitenreceiver empfangen kann, gibt es nur Schaden, entweder im Charakter, in der Religion oder Glaubenslehre (ʿAqīdah). Wenn etwas Gutes und Nützliches ausgestrahlt wird, dann dient das nur der Werbung und dem Marketing, damit die Menschen diesen Sender immer wieder schauen. Gewiss haben diese nützliche Sendungen, jedoch dienen sie der Werbung und dem Marketing. Die Menschen nehmen nämlich nicht das Falsche (Übel) an, wenn es zu 100% falsch und übel ist. Wenn es jedoch mit Gutem, Nützlichem gepaart und gemischt wird, dann nehmen es die Menschen eher an. Daher soll man sich davor hüten und darauf achten.

Gleiches gilt für das Reisen in die Länder der Kuffār, insbesondere in den Ferien. Davor warnen wir aufgrund des Übels.

Erstens ist darin die Verschwendung des Geldes zu sehen. Das Geld des Muslims. Weil er viel Geld für die Reise in dieses Land ausgibt. Ist das nicht so? Der Prophet – Allāh segne ihn und gebe ihm Heil! – hat verboten, dass man sein Geld verschwendet.

Zweitens ist darin die Unterstützung jenes Landes zu sehen. Nämlich, wenn viele dorthin verreisen, dann bedeutet das, dass man der dortigen Wirtschaft hilft und ihre Währung stärkt etc. Damit liegt darin ein Schaden für uns und Nutzen für diese Ungläubigen.

Drittens ist man nicht vor Gefahren sicher, ob in seiner Glaubenslehre (ʿAqīdah), in seinem Charakter. Das führt ohne Zweifel dazu, dass es verboten ist, in die Länder der Ungläubigen zu reisen, da man Angst um sich selbst haben muss. Dazu kommt, wenn man aus diesen Ländern zurückkehrt, kommt man in den meisten Fällen mit einem anderen Herzen als mit dem man verreiste. Sein Herz ist anders, sein Charakter ist anders, insbesondere die Frauen und die Kinder. Denn die Frau ist schwach und die Kinder ebenso. Deshalb raten wir unseren Brüdern von der Reise in die Länder der Ungläubigen ab. Meine Meinung hierin ist, dass die Reise in solche Länder verboten (harām) ist, außer unter drei Voraussetzungen.

Erste Voraussetzung: Man hat Wissen, womit man sich vor den Ungewissheiten schützt. Zweite Voraussetzung: Ein hoher Grad an Religiosität, die vor den Versuchungen schützt.
Dritte Voraussetzung: Die Reise ist notwendig und begründet. Wenn man diese drei Voraussetzungen erfüllt, ist das Reisen erlaubt. Ansonsten ist es aufgrund des starken negativen Einflusses auf den Charakter und die Überzeugung verboten.

O Muslime schützt eure Religion, denn ihr wurdet nur erschaffen, um Allāh zu dienen. Ihr wurdet nicht erschaffen, um ewig im Diesseits zu verweilen. Wie viele sind in ein Land der Ungläubigen verreist, um dort Urlaub zu machen, und gestorben, bevor sie dort ankamen und kehrten dann in einem Sarg zurück.

[Muhammad ibn Sālih al-ʿUthaymīn, Vortragsreihe Band II]

#Soziales Leben – Allgemeines

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