Ich bin grundsätzlich ein glücklicher Mensch, aber in der letzten Zeit habe ich des Öfteren das Gefühl wütend zu werden oder traurig zu sein. Was kann ich tun damit das weggeht?

Frage:

Ich bin grundsätzlich ein glücklicher Mensch, aber in der letzten Zeit habe ich des Öfteren das Gefühl wütend zu werden oder traurig zu sein. Was kann ich tun damit das weggeht?

 

 

Antwort:

Bārak Allāhu fīk.

Die erste Sache ist, dass man beabsichtigt seinem Herz die Möglichkeit geben zu wollen, glücklich zu werden. Diese Möglichkeit ist mit dem Qurʾān, mit den Worten Allāhs (den Allmächtigen) erreichbar. Es gibt kein nützlicheres Mittel als den Qurʾān, der dafür sorgt, dass das Herz erfreut wird, zufrieden wird, Ruhe und die Sakīna (gelassener, wohlbefindlicher Zustand der Seele) bekommt.

Neben dem Qurʾān ist auch das Bittgebet wichtig. Das Bittgebet am Morgen, am Abend, beim Rausgehen, vor dem Schlafengehen, usw., denn mit den authentisch überlieferten Adhkār (Gedenken Allāhs) erreicht man einen großen Meilenstein.

Der zweite Teil ist, dass man dafür sorgt, dass der Körper fit bleibt, nicht träge und müde wird. Je fitter der Körper, desto fitter der Geist, dementsprechend ist man auch eher in einer positiven Stimmung, da das Blut im Blutkreislauf besser zirkuliert und der Körper auch Glückshormone wie Serotonin ausschüttet. Das sind dann biologische Aspekte auf welche man ebenfalls achten soll.

Der Prophet (Allāh segne ihn und gebe ihm Heil) sagte in einem langen Ausspruch folgenden Teil: „… „Wahrlich, dein Herr hat Rechte dir gegenüber und für deinen Körper gibt es auch Rechte, die du berücksichtigen sollst. … “ [Buchārī, Nr. 1968]

Man muss dafür sorgen, dass jeder sein Recht bekommt, auch der eigene Körper. Zwei Komponente einmal der Geist und einmal der Körper. Den Geist kannst mit den Worten Allāhs, Dhikr (Gedenken Allāhs) und Ibādat (gottesdienstliche Handlungen) versorgen.

Beim Körper achtest du auf deine Ernährung, treibst Sport und bleibst fit.

Wenn diese Aspekte beachtet werden, dann ist man wahrscheinlich glücklicher, weil man durch diese Taten Genugtuung bekommt. Die Erinnerung und das Gedenken an Allāh wird öfters gesagt. Man dankt häufiger „alhamdulillāh“ (Alles Lob gebührt Allāh) und schaut nicht mehr auf andere. Man lernt zu schätzen, was man hat. Diese Zufriedenheit im Herzen führt zu mehr Imān (Glauben) und wenn der Imān im Herzen vorhanden ist und stärker wird, kommt damit die Glückseligkeit. Der Imān steigt und sinkt. Dieser kann so tief sinken, dass man sich in den tiefsten der Tiefen befindet, genauso kann der Imān so steigen bis er zu den höchsten Stufen heranwächst.

Der Prophet (Allāh segne ihn und gebe ihm Heil) sagte: „Gewiss, der Imān im Bauche eines jeden von euch wird derartig abgetragen, wie ein abgenutztes Gewand abgetragen wurde. So bittet Allāh darum euren Imān in euren Herzen zu erneuern (erfrischen).“ [al-Mustadrak, al-Hākim]

Deswegen soll man Allāh darum fragen, dass Er den Imān erneuert. Die Erneuerung des Imāns ist regelmäßig wichtig. Wenn man solche Zustände erreicht, dass man schnell wütend, aggressiv und sauer wird, dann sollte man dementsprechend aufhören und sich Allāh zuwenden, anderen Menschen helfen und viele gute Taten verrichten. Wenn das Ganze nicht damit zusammenhängt, muss man schauen, ob man nicht selbst etwas praktiziert, dass einen unglücklich macht. Vielleicht geht man einer Arbeit nach, die einen geistig wie auch körperlich schadet und man erholt sich nicht von dieser Arbeit und befindet sich um Dauerstress.

Es kann aber auch eine Krankheit sein und diese führt dazu, dass bestimmte Hormone nicht produziert werden, wie zb. eine Schilddrüsenunterfunktion, Vitamin-D-Mangel oder andere Angelegenheiten und dafür empfehle ich zum Arzt zugehen und ein Blutbild zu machen.

Was man auf jeden Fall tun muss, ist dass man seine Geistigennahrung durchführt, d.h. Qurʾān, Dhikr und Gebet. In erster Linie versucht man seinen Imān aufzubauen und wenn trotzdem keine Verbesserung in Sicht ist, sucht man einen Arzt auf und lässt sich medizinisch untersuchen und ggf. behandeln. Doch Allāh weiß es besser.

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