Darf man den Geburtstag des Propheten (Mawlid/Mevlid) feiern und sich in der Moschee treffen und dort mit der Gemeinschaft Gottesdienste (ʿIbādah) machen und Qurʾān vorlesen lassen usw. ?

Frage:

Darf man den Geburtstag des Propheten (Mawlid/Mevlid) feiern ohne Kerzen etc., sondern sich nur in der Moschee treffen und dort mit der Gemeinschaft Gottesdienste (ʿIbādah) machen und Qurʾān vorlesen lassen und über den Tag sprechen, in dem der Prophet Muhammad (Allāh segne ihn und gebe ihm Heil) geboren wurde und was alles passiert ist an diesem Tag? Ich habe gehört, dass der Prophet (Allāh segne ihn und gebe ihm Heil) selber nicht wusste, wann genau er Geburtstag hatte, also sein Geburtsdatum?

 

 

Antwort:

Bārak Allāhu fīkum. Es besteht kein Zweifel daran, dass jene Muslime, die danach streben den Geburtstag des Propheten (Allāh segne ihn und gebe ihm Heil) feiern zu wollen, versuchen möchten etwas Gutes zu tun. Die Frage ist nun, ob es wirklich das Gute ist oder ob es nicht das Gute ist. Wie finden wir das heraus?

Es besteht ebenfalls kein Zweifel daran, dass sich das Gute im Fundament des Islam wiederfindet, also in dem was uns Allāh und Sein Gesandter offenbarten. Es sind die beiden Quellen des Islams, der Qurʾān und die Sunnah des Propheten Muhammad (Allāh segne ihn und gebe ihm Heil).

Auch besteht kein Zweifel daran, dass die Gefährten des Propheten (sahābah) jene sind, die den Propheten (Allāh segne ihn und gebe ihm Heil) am besten kannten, liebten und den Islam verstanden und praktizierten.

Im Qurʾān sagt Allāh zum Propheten Muhammad (Allāh segne ihn und gebe ihm Heil): “Sag: Wenn ihr Allāh liebt, dann folgt mir. So liebt euch Allāh und vergibt euch eure Sünden. Allah ist Allvergebend und Barmherzig.” (3:31) Wer also die Liebe zu Allāh erreichen will, der soll dem Vorbild des Gesandten folgen. So war die Anordnung an die beste Gemeinschaft, die diesen Erdboden jemals bewohnte. Es waren die Gefährten des Propheten, so sagt Allāh über sie: “Ihr seid die beste Gemeinschaft, die für die Menschen hervorgebracht worden ist.” (3:110)

Wenn wir uns nun das Leben dieser Gefährten und ihre Art und Weise der Praktizierung des Islams anschauen, erkennen wir sehr schnell, dass sie sich dem Wort des Propheten in keiner Weise widersetzen.

In einer authentischen Überlieferung, die von ʿĀʾischa der Mutter der Gläubigen (Möge Allāh mit ihr zufrieden sein) überliefert wurde, sagte der Prophet (Allāh segne ihn und gebe ihm Heil): „Wer auch immer in dieser unserer Angelegenheit etwas Neues einführt, was nicht dazu gehört, so ist dies abzulehnen.“ (Buchārī)

Die Gefährten waren also sehr darauf konzentriert den Islam ohne Veränderungen oder Erneuerungen zu praktizieren. Als beste Gemeinschaft sind die drei Generationen gemeint, also die Sahābah, die Nachfolger (Tābiʿīn) und die Nachfolger der Tabiʿīn (tābiʿ at-Tābiʿīn). Hierbei handelt es sich um viele Jahre nach dem Sterben des Propheten (Allāh segne ihn und gebe ihm Heil). In diesen vielen Jahren danach ist keiner dieser besten Generationen auf die Idee gekommen den Tag der Geburt des Propheten (Allāh segne ihn und gebe ihm Heil) zu feiern. Erst Jahrhunderte später gab es Völker, die so einen Brauch einführten und den Geburtstag begannen zu feiern, was mit der Zeit dazu führte, dass auch Muslime den Zwang empfanden den Geburtstag des besten Menschen des Diesseits zu feiern. An diesem Tag kommen Menschen zusammen und verrichten verschiedene Arten von Gottesdiensten. Sie haben dem Islam also einen Tag hinzugefügt, an dem vermehrte Gottesdienste verrichtet werden und somit entwickelte sich dieser Tag zu einem Feiertag, der im Islam keinerlei Ursprung hat und vehement abzulehnen gilt.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass es im Islam keinen klaren Tag gibt über den man mit Gewissheit sagen kann, dass es sich um den Tag der Geburt des Propheten (Allāh segne ihn und gebe ihm Heil) handelt. Das, was sicher ist, ist dass er (Allāh segne ihn und gebe ihm Heil) an einem Montag geboren wurde, so wie es im authentischen Ausspruch bei Muslim steht: “Von Abū Qatāda Al-Ansārī (Möge Allāh mit ihm zufrieden sein) wird berichtet, dass der Gesandte Allāhs (Allāh segne ihn und gebe ihm Heil) über das Fasten am Montag gefragt wurde, worauf er sagte: „An ihm wurde ich geboren und an ihm wurde mir (der Qurʾān) herabgesandt.“ (Muslim, Nr.1162)

Ibn Abī ʿAbdilʿiIz al-Hanafi (Möge Allāh mit seiner Seele gnädig sein), ein Großgelehrte der hanafitischen Rechtsschule schrieb in seinem Gedichts-Werk über die Biografie des Propheten ‘al-Urjūzah al-Miʾījah’:

“Seine Geburt war am 10. des vorzüglichen (Monats) Rabīʿ al-Awal im Jahr des Elefanten – Doch das, was bekannt ist, ist Montag, der 12. (dessen) nach Aufbruch der Morgenfrüh”.

Die Gelehrten des Islams sind sich nicht uneinig darüber, wann das Geburtsdatum also der Tag der Geburt des Propheten (Allāh segne ihn und gebe ihm Heil) genau war. Einige Gelehrte zählen das zur Weisheit unseres Schöpfers, dass uns dieser Tag verborgen blieb und uns somit schützte den Tag zu verehren und somit dem Propheten (Allāh segne ihn und gebe ihm Heil) mehr Ehre zu erweisen als einem Gesandten zusteht. Die Gottesdienste mit denen Allāh angebetet werden will, sind uns bekannt und wenn jemand eine Annäherung zu Allāh ersucht, so kann man diese nur erreichen, indem man dem Vorbild des Propheten (Allāh segne ihn und gebe ihm Heil) folgt, wie im Vers erwähnt: “Sag: Wenn ihr Allāh liebt, dann folgt mir. So liebt euch Allāh und vergibt euch eure Sünden. Allāh ist Allvergebend und Barmherzig.” (3:31)

Eine Behauptung aufzustellen, man wolle Gottesdienste verrichten, um Allāh näherzukommen, während man etwas macht, was Allāh nicht wohlgefällig ist, deutet von Unvernunft und mangelndem Wissen über den Islam. Allāh der Erhabene nimmt keine Taten an, wenn sie nicht gemäß seiner Religion stattfinden.

Folgender Ausspruch, der von dem Sahābi Sahl Ibn Saʿd überliefert wurde, sollte jedem Muslim als Warnung ausreichen. Er sagte: „Ich hörte den Propheten (Allāh segne ihn und gebe ihm Heil) sagen: „(Am Tag des Jüngsten Gerichts) werde ich vor euch am Wasserbecken (Haudh) stehen. Wer dort an ihm vorbeigehen wird, wird aus ihm trinken und wer aus ihm trinken wird, der wird nie wieder durstig sein. Es werden wahrlich Leute an mir vorbeikommen, die ich kenne und die mich kennen. Dann wird zwischen mir und ihnen eine Trennung gemacht.“ … Abu Saʿīd Al-Chudry fügte hinzu, dass der Prophet, wie folgt fortfuhr: „Ich werde dann sagen: “Diese Leute gehören zu mir!” Und mir wird gesagt: “Du weiß nicht, was sie nach dir (in der Religion) verändert haben!” Ich werde dann sagen: “Weg damit, weg mit jedem, der nach mir etwas verändert hat!”“ [Sahīh Al-Buchārī Nr. 7050 und 705]

Wer den Propheten (Allāh segne ihn und gebe ihm Heil) wirklich liebt, der beweist seine Liebe mit seiner Befolgung und nicht mit Dingen, die zu den Bräuchen der Nichtmuslime gehören. Doch Allāh weiß es besser.

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