Darf eine Frau vor ihrer Familie im Pyjama sein? Wer sind ihre Mahram?

Frage:

Darf eine Frau, vor Ihrer Familie,(Mahram)Vater, Geschwister usw. eine Hose und ein T-Shirt tragen? Keine Jeans, sondern eher Pyjama. Nicht enge, sondern eher lockere Klamotten?

 

 

Antwort:

Hier, an dieser Stelle ist ein sehr wichtiger Punkt, der hinterfragt werden muss. Und zwar, was gilt als Blöße (ʿAura) von der Frau und bei dem Mann?

Bei dem Mann, ist es der Bereich vom Bauchnabel bis zu den Knien, wobei man – nach einigen Gelehrten – weder den Bauchnabel, noch die Kniescheiben sehen darf. Richtig ist jedoch, dass Bauchnabel und Kniescheiben nicht zur ʿAura zählen. Der Bereich der ‘Aura gilt gegenüber jedem Menschen zu bedecken, außer gegenüber der eigenen Ehefrau.

Die ʿAura einer Frau gegenüber jedem fremden Menschen, wäre alles außer das Gesicht und die Hände, wobei hier ebenfalls andere Ansichten unter den Gelehrten vorhanden sind, die das Gesicht mit zum zu bedeckenden Bereich zählen. Richtig ist jedoch, dass es eine sunnah ist und nicht verpflichtend.

Die Aura einer Frau gegenüber einer weiteren Frau, wäre derselbe Bereich, wie bei dem Mann gegenüber einem Mann. Also vom Bauchnabel bis zu den Knien.

Unter Ehepartnern gibt es keine ʿAura, also es ist alles erlaubt zu sehen.

Die ʿAura einer Frau gegenüber ihrem Mahram ist vom Bauchnabel bis zu den Knien. Ein Mahram ist eine Person, die verboten ist zu heiraten. Insgesamt sind das 22 Personengruppen, die Mahram sein können.

Stellt das Mädchen bzw. die Frau eine Versuchung (Fitna) für einen ihrer Mahram dar, z.B. für ihren Vater, Bruder, Onkel, usw. und sie merkt es, so muss sie sich dementsprechend bedecken, da hier der Weg zu einer Versuchung vorhanden ist und dieser Weg immer geschlossen gehalten werden muss.

Wichtig ist grundsätzlich, dass der Bereich der ʿAura bedeckt bleibt und man ordentlich angezogen ist. Ordentlich im Sinne von locker und nicht eng anliegend. Dies gilt für die ʿAura, ansonsten kann man für den Bereich, welcher nicht zur ʿAura zählt, auch etwas eng anliegendes anziehen. z.b. einen T-Shirt oder Ähnliches.

Zu den 22 Personengruppen, wer ein Mahram ist, gehören:

Stell Dir einen Stammbaum vor und Du bist eine Frau und die Ausgangsperson.

1) Der Vater und aufwärts (Großvater usw.)

2) Der Sohn und hinab (Enkelkinder usw.)

3) Der leibliche Bruder

4) Der Sohn des Bruders

5) Der Sohn der Schwester

6) Der Onkel väterlicherseits

7) Der Onkel mütterlicherseits

8-14)

Weitere 7 Gruppen sind die oben erwähnten, jedoch aufgrund von Milchverwandtschaft. Also der Vater aufgrund von Milchverwandtschaft, usw.

15-18)

Es fehlen noch die 4 Personengruppen, die wegen einer Heirat entstehen:

15) Von der Mutter der Mann (wenn die Mutter jemanden geheiratet hat)

16) Von der Tochter der Mann

17) Von dem Ehemann der Vater

18) Von dem Ehemann der Sohn

19-22)

Weitere 4 Gruppen sind die oben erwähnten, jedoch aufgrund von Milchverwandtschaft. Also die Mutter aufgrund von Milchverwandtschaft, usw.

Das sind die 22 Personengruppen, mit denen man auch reisen darf. Und wenn jemand um deine Hand anhalten möchte, kann ein Mahram dabei sein, um die Person besser kennenzulernen.

Natürlich stellt sich hier die Frage, ob man den erlaubten Bereich der ʿAura unbedingt zur Schau stellen sollte oder nicht, da man sich schämt oder man in manchen Kulturen so aufgewachsen ist und das sich nicht gehört. Besser wäre es seine Scham zu hüten und bestenfalls seinen Körper bedeckt zu lassen, doch wenn man von einer Person – außerhalb des ʿAura-Bereichs – etwas sehen würde, wäre es nicht harām.

Und Allāh weiß es besser.

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